Rund um den Wald…

In diesen Wochen arbeiten alle unsere dritten und vierten Schuljahre zum Thema Wald. Bestehendes Wissen wurde zusammengetragen, Fragen wurden gesammelt, Erfahrungen ausgetauscht und auf dieser Grundlage forschen die Kinder nun und werden zu Waldexperten.

Zunächst standen die Baumarten im Vordergrund, lassen sich doch Blätter und Früchte sehr gut ins Klassenzimmer holen.  Blätter wurden beschrieben und unterschieden, Früchte wurden genau beobachtet und  abgezeichnet, Flugfrüchte wie die des Ahorns oder der Linde wurden nachgebaut.

Dann ging es in den Wald, um diesen in all seiner Größe zu erleben. Schnell merkten die Kinder, dass man immer gut aufpassen muss, wo man hintritt, denn man wollte weder die Frösche und Kröten stören, noch selbst über Wurzeln und Stämme stolpern. Die Ponyklasse hatte das Glück, im Wald den Förster Herrn Horn zu treffen.

Auf einem aus Zweigen bestehenden Waldsofa nahmen die Kinder Platz und Herr Horn zeigte ihnen Fichtenrinde, auf der es Spannendes zu entdecken gab. Feine Linien vom Buchdrucker, einer Borkenkäferart, waren zu sehen. Wenn man die Borke gegen das Licht hielt, konnte man die „Einstiegslöcher“ der Borkenkäfer genau sehen. Larven sowie Käfer selbst waren sichtbar und wurden „unter die Lupe genommen“ und von interessierten Kinderaugen betrachtet. Schnell verstanden die Kinder, warum der Borkenkäfer so gefährlich für die Fichten ist und warum die Natur so sehr Regen braucht.

Aber nicht nur lernen, auch spielen durften wir im Wald und mit langen Ästen Tipis bauen. Beim gemeinsamen Tragen eines langen Baumstamms ergab sich die Teamarbeit wie von selbst.

Zurück in der Schule wird es auch nun in den nächsten Wochen auch um die tierischen Bewohner des Waldes gehen. Viele kennen die Kinder aus Filmen und Büchern, aber wer hat denn wirklich schon mal einen Dachs oder einen Marder gesehen?

Im letzten  Durchgang war die Rollende Waldschule mit vielen Exponaten bei uns zu Gast, in diesem Jahr freuen wir uns über ein Set von Fellen, das uns die Schülermutter Nicole Fischer zur Verfügung gestellt hat. Es handelt sich um ein achtteiliges Set, bei dem die Kinder nun die Felle von Marderhund, Rotfuchs, Waschbär, Nutria, Bisam, Steinmarder, Baummarder und Iltis genau begutachten und fühlen können. Die Kinder konnten schon bei der Übergabe viele Unterschiede in der Fellbeschaffenheit fühlen und werden dies nun im Unterricht noch eingehender besprechen. Diese Fellsets konnte man kostenlos bei der Stiftung Wald & Wild in Mecklenburg-Vorpommern erwerben. Anette von Karp (Gründerin von Netties Naturkindern, Hamburg) hatte die Idee ins Leben gerufen, für Waldpädagogen, Kreisjägerschaft, Schulen, Kindergärten und Naturbildungseinrichtungen diese Fellsets kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ziel und Wunsch ist es, dass Natur wieder gefühlt und angefasst wird, also für Kinder zum Anfassen nah ist.

So kommen wir dem Ziel, Wald mit allen Sinnen zu erleben, wieder ein Stück näher und hoffen, Kinder nachhaltig für Natur zu begeistern.